wenn der Urlaub fertig beginnt

durch einen herbeigeführten Zufall begann auch heuer mein Urlaub wieder mit einer Herausforderung. Die 120km bei der Salzkammergut-Trophy. Zum ‚als Pünktchen auf dem i‘ gesellen sich noch knappe 4000 Höhenmeter dazu. Für mich ein Arbeitstag am Rad – schön – was gibt es mehr?


Wenn man so viel Glück wie ich hat, dann wird das Nenngeld auch noch gezahlt. Mehr Glück gibt’s wirklich nicht. Zu verdanken habe ich das SKS, die zwei Plätze zu verlosen hatten. Und ich war wohl flink genug – wäre ich so flink auch auf den 120 km gewesen – dann, ja dann ….
Jetzt muss ich natürlich auch ein bisschen Reklame für SKS machen. Bekannt vor allem durch die hervorragenden Pumpen und Schmutzfänger. Unverwüstlich, effizient und durchdacht. Wir haben natürlich auch ein ausgewähltes Sortiment im Geschäft.

Um mir keinen Druck wegen der Zeit beim Rennen zu machen, tendiere ich dazu, zusätzlichen Ballast anzulegen. Ich schleppe keine Ziegelsteine durch die Landschaft, sondern verwende ein Fahrrad, das ein bisschen aus dem Rahmen fällt. Immer. Ich hab nur solche Räder. Diesmal war es ein 16kg leichtes Hardtail völlig ohne Federelement. Wunderbar. Damit liege ich etwa 5 bis 6 kg über dem Schnitt der anderen Räder.

Bad Goisern hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Das Wetter hätte einfach nicht optimaler sein können. Angenehme Temperaturen, wenig Wind, kein Regen, perfekte Strecke, noch bessere Labestellen und überall eine mordsmäßige Stimmung. Beinahe alle, die helfen wollten, wurden anscheinend mit einer Arbeit versorgt. Und die, die keine Arbeit mehr finden konnten, standen an der Strecke und sorgten für Action. Und gaben allen, beinahe 5000 Startern das Gefühl, als wären sie genau für Dich oder mich hier. Sensationell.
Ja, meine Hoffnung, einen angenehmen Tag zu ‚vertreten‘, war schon nach etwa 50km relativiert. Von da an war damit zu rechnen, dass es lang und zäh werden würde. Und der Salzberg ist nur was für die Härtesten. Unglaublich ist, dass, je länger die Strecke wird und umso mehr sich entschließen, das Rad zu schonen und zu schieben (mich eingeschlossen), man vermehrt von A-Strecke-Startern (211km, 7049 HM, Start 5 Uhr morgens) überholt wird. Die sitzen schon 4 Std. im Sattel, da schwingen wir uns erst drauf. Das kann man sich gar nicht vorstellen …

Für mich hat es nicht bis in Ziel gereicht. Ich habe meiner Frau das Versprechen gegeben, dass, wenn es wirklich grausig wird, ich aufhöre. Dies war etwa 12km vor dem Ziel der Fall. Dabei ging es fast nur mehr bergab. Hätte sie meinen Standort gewusst, sie hätte mich ‚ins Ziel geprügelt‘. Aber die Gesundheit geht vor – immerhin möchte ich ja nächstes Jahr wieder zufällig den Urlaub mit diesem Rennen starten. Mit einem leichteren Rad – dieser Entschluss steht fest. Und dann sehe ich auch das Ziel.